Endspurt bei Abgedreht! Die Filmfabrik von Michel Gondry

Teilnehmer/innen verraten, warum sich ein Besuch lohnt

„Filmen macht Spaß, und wie!“, stellte die Studentin Leonie Randolf bei ihrer Tour durch Abgedreht! Die Filmfabrik von Michel Gondry fest. Ihr geht es wie zahlreichen Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen, die seit Mitte September an einer der täglich mehrmals stattfindenden Touren teilgenommen haben und nach drei Stunden ihren eigenen Film in Händen hielten.

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Noch bis zum 28. Januar haben Besucher/innen des Deutschen Filmmuseums Gelegenheit, das einzigartige Mitmachprojekt des Oscar®-gekrönten Regisseurs zu besuchen und selbst zur Regisseurin, zum Aufnahmeleiter, Drehbuchautor oder zur Schauspielerin zu werden. „Die Filmfabrik führt extrem lustig an den Prozess des Filmemachens heran, vor allem aber merkt man, wieviel mehr dahinter steckt“, erklärt Teilnehmerin Astrid Kasperek. Johanna Roos gefiel besonders, „während des Drehs spontan kreativ entscheiden zu können und seinen Ideen völlig freien Lauf zu lassen“. Die Filmfabrik ist keine Ausstellung, sondern ein Erlebnis, bei dem die kreative Energie der Besucher/innen selbst im Mittelpunkt steht. Nicht auf die schauspielerische Glanzleistung oder die perfekte Ausleuchtung einer Szene kommt es an, sondern auf den Spaß am originellen Einfall und die Dynamik innerhalb der Gruppe.

Nach dem festgelegten „Protokoll“ des Erfinders Michel Gondry durchlaufen die Teilnehmer/innen einen Parcours, der mit der Ideenfindung, Set- und Kostümwahl beginnt und mit der Projektion des fertigen Films auf der Leinwand der Filmfabrik endet. Kein nachträglicher Schnitt. Kein zweiter Take. Der erste Versuch gilt. Klingt nach einer Herausforderung? Ist es auch! „In eine andere Rolle zu schlüpfen, erfordert Mut“, weiß Jacques Kerleau, der sich selbst ein wenig zur Teilnahme überreden lassen musste. Aber „Gondry hat es mir wieder bestätigt: Es lohnt sich immer, sich etwas zuzutrauen und Neues auszuprobieren!“

In einem sind sich die Teilnehmer/ innen einig: Die Filmfabrik bringt Menschen zusammen. „Man lernt sich auf ungewöhnliche Weise so schnell kennen, wie es sonst gar nicht möglich wäre“, merkte Johanna, als sie das Experiment mit einer Gruppe Fremden wagte. Einfach vorbeikommen und sich mit anderen Neugierigen auf ein Filmabenteuer begeben: die Filmfabrik macht’s möglich, und das kostenlos und ohne Voranmeldung. Leonie konnte dagegen ihre langjährigen Freunde „einmal ganz anders erleben, das war richtig toll. Wer welche Rolle einnimmt, welche Fähigkeiten jede/r einbringt und wie man sich einigt, das bringt neue Seiten zum Vorschein. Die Filmfabrik schafft den Raum, sich darauf einzulassen.“

Besonders profitiert hat Leonies Gruppe vom „Fundus“ des Museums. Herzstück der Filmfabrik ist eine Auswahl an Sets, die in Genrefilmen eine Rolle spielen könnten. Für Frankfurter Lokal-Kolorit sorgen das Uhrtürmchen und eine „original“ Apfelwein-Kneipe. Wer die Filmfabrik noch nicht besucht hat, dem empfiehlt Leonie: „Schaut euch im Trailer an, was euch erwartet und dann probiert’s selber aus!“